Question 1
Eine Analyse soll den Gedankenstrich und die kurzen Sätze eines Monologs auswerten. Welche Formulierung bleibt methodisch angemessen? _____
Options: Der Gedankenstrich beweist eine Pause von exakt einer Sekunde., Die Signale stützen mögliche Phrasierungen; Kontext und Aufführung konkretisieren sie., Kurze Sätze besitzen in jeder Szene dieselbe Emotion.
Question 2
Gemeint ist: Der Mann trägt das Fernglas. Welcher sichtbare Phrasierungsplan für „Sie sah den Mann mit dem Fernglas“ stützt diese Lesart am deutlichsten? _____
Options: [Sie sah den Mann] [mit dem Fernglas]., [Sie sah den Mann mit dem Fernglas]., Sie sah [den Mann mit dem Fernglas].
Question 3
Im Probenkontext steht zur Wahl, ob Lea oder Omar die Akte geprüft hat. Welche Notation fokussiert ausdrücklich die Person Lea? _____
Options: Nur LEA hat die Akte geprüft., Lea hat nur die AKTE geprüft., Lea hat die Akte nur GEPRÜFT.
Question 4
Lea ist als handelnde Person bereits bekannt; kontrastiert werden Akte und Protokoll. Welche Notation fokussiert das Objekt „Akte“? _____
Options: Nur LEA hat die Akte geprüft., Lea hat nur die AKTE geprüft., Lea hat die Akte nur GEPRÜFT.
Question 5
Die Rede enthält „Wir prüfen die Fakten, wir benennen die Folgen, wir übernehmen Verantwortung“. Gewünscht ist ein regelmäßiger Aufbau mit Steigerung im letzten Glied. Welcher Plan passt? _____
Options: Jedes Glied nach einem zufälligen Wort abbrechen., Alle Wörter ohne erkennbare Gliederung gleich stark markieren., Die drei Glieder ähnlich phrasieren und das letzte gezielt steigern.
Question 6
Für „Ein Schatten. Ein Atemzug. Nichts.“ soll eine Folge abrupter Wahrnehmungen gestaltet werden. Welche Probenentscheidung dient genau diesem Ziel? _____
Options: Die drei Ellipsen als deutlich getrennte kurze Einheiten anlegen., Alle Einheiten zu einem unmarkierten langen Satz verschleifen., Die fehlenden Satzglieder beim Vortrag zu vollständigen Sätzen ergänzen.
Question 7
In „Er nahm den Brief – widerwillig, wie man sah – und ging“ soll der Einschub als distanzierender Kommentar erscheinen. Welche Entscheidung passt zu diesem Regieziel? _____
Options: Nur vor dem Einschub pausieren, seine Aussagehaltung aber vollständig in den Rahmensatz integrieren., Den Einschub gegenüber dem Rahmensatz bewusst anders färben., Den Einschub als lauteren und schnelleren emotionalen Höhepunkt gestalten.
Question 8
Die Figur soll in „Die Nachricht löschen? Antworten? So tun, als wäre nichts?“ tastende innere Unruhe zeigen. Welcher Plan setzt diese ausdrücklich gewählte Lesart um? _____
Options: Alle Fragen als endgültige Feststellungen mit identischem Abschluss behandeln., Die Fragezeichen ignorieren und einen Aussagesatz bilden., Die Fragen knapp phrasieren und die offenen Alternativen stimmlich tastend halten.
Question 9
In „Sie nannte den Namen – endlich“ soll „endlich“ als gewichtiger Nachtrag erscheinen. Welche Sprechplanung unterstützt dieses Ziel? _____
Options: Vor „endlich“ eine begründete Zäsur setzen und den Nachtrag hervorheben., Nach jedem einzelnen Wort dieselbe Pause setzen., Den Gedankenstrich als Anweisung zu exakt drei Sekunden Schweigen lesen.
Question 10
Eine zweite Inszenierung behandelt „Sie nannte den Namen – endlich“ bewusst als spontan nachgeschobenen Haltungszusatz und integriert „endlich“ stärker. Welche Bewertung ist angemessen? _____
Options: Sie ist wegen des Gedankenstrichs unter allen Umständen ungrammatisch., Die Alternative ist vertretbar, wenn Kontext und Regiekonzept den integrierten Nachtrag tragen., Sie beweist, dass Gedankenstriche niemals Phrasierungshinweise geben.
Question 11
Eine Szene soll vom öffentlichen Vortrag in ein vertrauliches Geständnis kippen. Welche Planung nutzt Tempo und Lautstärke dramaturgisch, ohne ihnen feste Grammatik zuzuschreiben? _____
Options: Die öffentliche Vortragslautstärke über die gesamte Szene unverändert beibehalten., Am Wendepunkt Tempo und Lautstärke trotz des Geständnisses weiter steigern., Am Wendepunkt Tempo und Lautstärke passend zur vertraulichen Situation verändern.
Question 12
Zwei Aufführungen desselben Monologs sind intern schlüssig: eine wirkt zögernd, die andere entschieden. Was folgt daraus? _____
Options: Mehrere begründete prosodische Interpretationen können nebeneinander bestehen., Nur die lautere Aufführung kann dem Text entsprechen., Die Interpunktion macht eine der Fassungen ohne Kontext zwingend falsch.
Question 13
Ein Gedicht enthält Zeilensprünge, Fragen und weiterlaufende Syntax. Welche Probenregel vermeidet eine monotone Endgestaltung? _____
Options: Jede Zeile unabhängig von der Syntax gleich stark absenken., Die Kontur jeder Einheit nach Syntax, Kontext und Funktion planen., Die Kontur ausschließlich an der Typografie ausrichten und den Satzzusammenhang ignorieren.
Question 14
In einer politischen Rede soll der Gegensatz „heute, nicht irgendwann“ zentral bleiben. Welche Akzentplanung wahrt die Informationshierarchie? _____
Options: Jedes Funktionswort zum gleich starken Hauptfokus machen., Auf jede Hervorhebung verzichten, obwohl der Kontrast verlangt ist., Die Zeitwörter gezielt kontrastieren und übrige Akzente hierarchisch abstufen.
Question 15
Welche abschließende Methode führt zu einer überzeugenden prosodischen Interpretation? _____
Options: Textstruktur, Kontext und bewusste stimmliche Entscheidungen aufeinander beziehen., Alle Satzzeichen in feste Sekundenwerte übersetzen., Eine einmal gewählte Wirkung als unveränderliche Autorenabsicht ausgeben.