[{"data":1,"prerenderedAt":-1},["ShallowReactive",2],{"grammar-page-de-geschlechtergerechte-sprache-und-grammatische-kongruenz":3,"grammar-exercises-by-page-019f7f6f-f7bd-7e8c-b1a2-4d70e4a19e75":23},{"id":4,"title":5,"slug":6,"seoDescription":7,"content":8,"language":9,"level":10,"displayOrder":11,"grammarTopics":12,"createdAt":19,"updatedAt":20,"generatorCategories":21,"readyImages":22},"019f7f6f-f7bd-7e8c-b1a2-4d70e4a19e75","Geschlechtergerechte Sprache und grammatische Kongruenz","geschlechtergerechte-sprache-und-grammatische-kongruenz","Geschlechtergerechte Sprache verbindet soziale Referenz mit grammatischer Kongruenz durch Paarformen, neutrale Bezeichnungen und Partizipien (C1).","Geschlechtergerechte Formulierungen verbinden soziale Referenz mit grammatischer Kongruenz. Paarformen, neutrale Bezeichnungen, substantivierte Partizipien und typografisch markierte Kurzformen stellen unterschiedliche Anforderungen an Artikel, Pronomen und Prädikative.\n\nNach dieser Lektion kannst du **inklusive Personenbezeichnungen kongruent und textsortengerecht fortführen**.\n\n## 1. Funktion und Einordnung\n\nDie Wahl hängt von gemeinten Personen, institutioneller Vorgabe, Lesbarkeit und Medium ab. Grammatische Kongruenz folgt der tatsächlich gewählten Form: *die Lehrkraft – sie*, *die Lehrkräfte – sie*, *die Studierenden – sie*.\n\nDrei Leitgedanken helfen bei der Einordnung:\n\n- Neutrale Kollektiv- oder Rollenbezeichnungen besitzen ihr eigenes **grammatisches Genus**: *das Mitglied – es*, bei Personenreferenz im Folgetext je nach Formulierung auch natürliche Kongruenz.\n- Substantivierte Partizipien werden wie Adjektive flektiert: *ein Studierender, die Studierenden*; ihre lexikalisierte Verwendung ist kontextabhängig.\n- Kurzformen mit Sonderzeichen sind schriftsprachliche Strategien; Aussprache, Flexion und institutionelle Akzeptanz sind nicht überall einheitlich.\n\n## 2. Formen und Kontraste\n\n| Muster | Funktion oder Lesart | Beispiel |\n| --- | --- | --- |\n| Paarform | explizite Nennung | Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter |\n| neutrale Bezeichnung | Genus der gewählten Lexeme | die **Fachkraft \u002F das Teammitglied** |\n| substantiviertes Partizip | Adjektivflexion | mit **Studierenden**, ein **Studierender** |\n| Genderstern | Kurzform mit Sonderzeichen | die **Student\\*innen** |\n| Doppelpunkt \u002F Unterstrich | weitere typografische Kurzformen | **Mitarbeiter:innen \u002F Mitarbeiter_innen** |\n\n### Aussprache und Flexion von Kurzformen\n\nFormen wie **Student\\*innen** oder **Mitarbeiter:innen** werden häufig mit einer kurzen Sprechpause beziehungsweise einem Glottisschlag zwischen Stamm und *-innen* realisiert. Diese Aussprache ist eine verbreitete Konvention, aber nicht überall institutionell festgelegt.\n\nIm Plural bleibt die Personenbezeichnung in den vier Fällen meist gleich; Artikel und Begleiter markieren den Kasus:\n\n| Kasus | Beispiel mit Genderstern |\n| --- | --- |\n| Nominativ | **die engagierten Student\\*innen** |\n| Akkusativ | für **die engagierten Student\\*innen** |\n| Dativ | mit **den engagierten Student\\*innen** |\n| Genitiv | die Beiträge **der engagierten Student\\*innen** |\n\nIm Singular entstehen schwierigere Kongruenzfragen, etwa bei Artikel und Adjektiv (*ein\\*e neue\\*r Mitarbeiter\\*in*). Solche Lösungen sind nicht einheitlich normiert. Neutrale Formen wie **eine neue Fachkraft** oder eine ausgeschriebene, zum Kontext passende Bezeichnung sind grammatisch leichter fortzuführen.\n\n## 3. Analyse an Beispielen\n\n:::example\n- *Alle **Teilnehmenden** erhalten ihre Unterlagen.* Pluralform und Pronomen sind kongruent.\n- *Jede **Lehrkraft** reicht ihren Plan ein.* *Lehrkraft* ist grammatisch feminin, unabhängig von der bezeichneten Person.\n- *Die **Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter**, die heute anwesend sind, stimmen ab.* Das Relativpronomen steht im Plural; eine Wiederholung beider Formen ist nicht nötig.\n- *Wir sprechen mit **den Mitarbeitenden**, die das Projekt leiten.* Die Bezugsgruppe steht nach *mit* im Dativ; **die** ist im Relativsatz Nominativ, weil es dort das Subjekt ist.\n- *Die Vorschläge **der Lehrkräfte** liegen vor; sie werden morgen geprüft.* **Der Lehrkräfte** ist Genitiv Plural, das wiederaufnehmende **sie** Nominativ Plural.\n:::\n\n## 4. Kontext, Norm und Wirkung\n\nAmtliche und institutionelle Vorgaben sind im D-A-CH-Raum nicht identisch und können sich ändern:\n\n- Der **Rat für deutsche Rechtschreibung** hat Genderstern, Unterstrich und Doppelpunkt im Wortinneren nicht in das Amtliche Regelwerk aufgenommen. In Deutschland unterscheiden sich darüber hinaus die Hausregeln einzelner Behörden, Hochschulen, Redaktionen und Unternehmen.\n- Das **österreichische Bundeskanzleramt** empfiehlt für seinen amtlichen Schriftverkehr Paarformen oder neutrale Formulierungen und keine Sonderzeichen im Wortinneren.\n- Der Leitfaden der **Schweizer Bundeskanzlei** verlangt für deutschsprachige Texte des Bundes geschlechtergerechte Formulierungen, lässt dort aber keine Genderzeichen zu; er arbeitet insbesondere mit Paarformen und neutralen Lösungen.\n\nDiese institutionellen Regeln bewerten eine Schreibstrategie in einem bestimmten Geltungsbereich. Sie entscheiden nicht darüber, wie Privatpersonen oder andere Organisationen schreiben müssen. Prüfe deshalb bei formellen Texten immer die aktuell geltende Vorgabe der konkreten Institution.\n\n:::note\nFür typografische Kurzformen und ihre amtliche Bewertung gelten je nach Institution und Textsorte unterschiedliche Vorgaben. Halte dich in formellen Texten an die einschlägige Haus- oder Rechtschreibregelung und bleibe innerhalb eines Dokuments konsistent. Achte unabhängig von der gewählten Strategie auf barrierearme Lesbarkeit und eine eindeutige grammatische Fortführung.\n:::\n\n## 5. Häufige Fehlentscheidungen\n\n- Natürliches Geschlecht und grammatisches Genus gleichsetzen.\n- Bei substantivierten Partizipien die Adjektivflexion verlieren: ✗ *ein Studierende*.\n- Mehrere Strategien ohne Konzept mischen und dadurch Pronomen- oder Numerusbezüge unklar machen.\n\n## 6. Kurz zusammengefasst\n\n- Inklusive Strategien unterscheiden sich in **Referenz, Grammatik und Register**.\n- Kongruenz richtet sich nach Genus, Numerus und Kasus der gewählten Form.\n- Konsistenz und institutioneller Kontext sind ebenso wichtig wie formale Korrektheit.","de","C1",219,[13],{"id":14,"name":5,"level":10,"language":9,"isCompleted":15,"completionPercentage":16,"totalExercises":17,"completedExercises":16,"vocabularyLists":18},"019f7f6f-f612-74cf-b4da-87f3d5e4867d",false,0,2,[],"2026-07-20T12:11:12+00:00","2026-07-20T12:15:34+00:00",[],[],[24,31],{"@id":25,"@type":26,"id":27,"grammarPage":28,"title":29,"instructions":30,"displayOrder":16,"isCompleted":15},"\u002Fapi\u002Fgrammar_exercises\u002F019f7f70-084c-7527-85fc-607b56d8c87a","GrammarExercise","019f7f70-084c-7527-85fc-607b56d8c87a","\u002Fapi\u002Fgrammar_pages\u002F019f7f6f-f7bd-7e8c-b1a2-4d70e4a19e75","Kongruenz und Flexion sicher wählen","Wähle die Form, die zu Genus, Numerus und Kasus der Personenbezeichnung passt.",{"@id":32,"@type":26,"id":33,"grammarPage":28,"title":34,"instructions":35,"displayOrder":36,"isCompleted":15},"\u002Fapi\u002Fgrammar_exercises\u002F019f7f70-0864-7cc1-8428-78e05363638d","019f7f70-0864-7cc1-8428-78e05363638d","Textsortengerecht und konsistent formulieren","Wähle die Lösung, die zur ausdrücklich genannten Textsorte, Hausregel und Schreibstrategie passt.",1]