A2 · ElementaryLesson 3 of 5

Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ

Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ beziehen sich auf das Subjekt zurück – nur bei ich und du unterscheiden sich beide Formen sichtbar (A2).

Reflexivpronomen beziehen sich auf das Subjekt zurück. Ob Akkusativ oder Dativ steht, hängt meist davon ab, ob es noch ein direktes Objekt gibt.

Du lernst:

  • Akkusativ- und Dativformen zu unterscheiden;
  • Reflexivpronomen auf das Subjekt zu beziehen;
  • Sätze mit Körperteilen und Tätigkeiten zu bilden.

Die Formen

Nur bei ich und du unterscheiden sich Akkusativ und Dativ sichtbar.

Person Akkusativ Dativ
ich mich mir
du dich dir
er/sie/es sich sich
wir uns uns
ihr euch euch
sie/Sie sich sich

Ich wasche mich. Ich wasche mir die Hände.

Du ziehst dich an. Du ziehst dir die Jacke an.

Akkusativ oder Dativ

Teste den Satz: Gibt es neben dem Reflexivpronomen ein weiteres Akkusativobjekt, steht das Reflexivpronomen im Dativ; sonst steht es meist im Akkusativ. Ich wasche mich hat kein weiteres Akkusativobjekt. In Ich wasche mir die Hände ist die Hände das Akkusativobjekt.

Bei Körperteilen ist Dativ + bestimmter Artikel das übliche Muster: Ich wasche mir die Hände. Ich wasche meine Hände ist nicht grundsätzlich falsch, betont aber eher Besitz oder Gegensatz, zum Beispiel zu den Händen einer anderen Person.

Suche ein direktes Objekt: die Hände. Ist es vorhanden, nimm den Dativ mir/dir.

Typische Verwendungen

Akkusativ

  • sich freuen: Wir freuen uns über die Nachricht.
  • sich beeilen: Beeilt euch!
  • sich anziehen: Sie zieht sich schnell an.

Dativ mit Akkusativobjekt

  • Konkrete Handlungen: sich die Zähne putzenIch putze mir die Zähne.; sich etwas kaufenEr kauft sich ein Fahrrad.
  • Gedanken und Pläne: sich etwas merkenDu merkst dir die Adresse.; sich etwas überlegenWir überlegen uns einen Plan.; sich etwas vorstellenKannst du dir das Leben am Meer vorstellen?

Dativ ohne zweites Objekt

Einige Verben verlangen immer den Dativ, auch ohne Akkusativobjekt. Dazu gehören helfen, widersprechen, vertrauen und schaden. Das ist keine Ausnahme bei Reflexivpronomen: Das Verb bestimmt den Kasus. Oft betont selbst die Bedeutung: Ich helfe mir selbst. Bei mehreren Personen ist auch eine reziproke Bedeutung möglich: Sie widersprechen sich.

Es gibt echte und unechte reflexive Verben. Echte reflexive Verben brauchen sich: sich beeilen kann kein anderes Objekt haben. Unechte reflexive Verben können reflexiv oder mit einem anderen Objekt stehen: sich waschenIch wasche das Auto. / sich anziehenIch ziehe das Kind an.

Reflexive Verben mit Präposition

Einige reflexive Verben haben eine feste Präposition:

  • sich freuen auf + Akkusativ: etwas kommt noch. Wir freuen uns auf die Ferien.
  • sich freuen über + Akkusativ: etwas ist schon da oder ist passiert. Wir freuen uns über die Nachricht.
  • sich interessieren für + Akkusativ: Er interessiert sich für Musik.

Ich stelle mich vor bedeutet: Ich mache mich bekannt. Ich stelle mir die Reise vor bedeutet: Ich denke an die Reise und sehe sie vor mir.

Reziproke Bedeutung

Dieselben Formen können auch reziprok gebraucht werden, also im Sinn von einander: Wir treffen uns um acht. Sie schreiben sich oft.

Bei Sie waschen sich ist die Bedeutung nicht immer klar. Sie waschen sich selbst bedeutet: Jede Person wäscht den eigenen Körper. Sie waschen einander oder Sie waschen sich gegenseitig bedeutet: Sie waschen die andere Person.

Schreibung von sich

sich bleibt in der dritten Person und in der Höflichkeitsform gleich und wird kleingeschrieben: Setzen Sie sich, bitte.

Quick check

Try one question now.

1
Subjekt „ich“, kein weiteres Akkusativobjekt: Ich freue auf das Konzert.

Check your answer when you are ready. No sign-in needed.

Wortstellung und Perfekt

Im Aussagesatz steht das konjugierte Verb auf Position zwei. Das Reflexivpronomen steht früh im Mittelfeld: nach dem finiten Verb und nach einem Subjektpronomen. Ich wasche mich. Heute wasche ich mich.

Bei einem Nomen als Subjekt steht das Reflexivpronomen normalerweise davor: Heute wäscht sich Lea. Das gilt auch im Perfekt: Ich habe mich beeilt. Gestern habe ich mich beeilt. Gestern hat sich Lea beeilt.

Im Nebensatz steht das finite Verb am Ende. Mit einem Subjektpronomen heißt es: …, weil ich mich beeile. Mit einem Nomen als Subjekt steht das Reflexivpronomen normalerweise davor: …, weil sich Lea beeilt.

Im Imperativ steht das Reflexivpronomen nach dem Verb: Beeil dich! Setzt euch!

Reflexive Verben bilden das Perfekt immer mit haben: Wir haben uns die Hände gewaschen.

In Österreich ist sich etwas ausgehen regional üblich: Geht sich das heute noch aus? Standardsprachlich heißt es: Reicht das heute noch? Das ist normale regionale Sprache, aber nicht überall gleich üblich.

Häufige Fehler

Das Pronomen muss zum Subjekt passen: ✗ Ich freue dich. Für die reflexive Bedeutung heißt es Ich freue mich.

Gibt es neben dem Reflexivpronomen ein weiteres Akkusativobjekt, steht das Reflexivpronomen im Dativ: ✗ Ich wasche mich die Hände.Ich wasche mir die Hände.

In der dritten Person bedeutet sich: die Person selbst. ✗ Er wäscht ihn, wenn er sich selbst meint. → ✓ Er wäscht sich.Er kauft ihm ein Buch, wenn das Buch für ihn selbst ist. → ✓ Er kauft sich ein Buch. Ihn/ihm meint jeweils eine andere männliche Person.

Kurz zusammengefasst

  • Reflexivpronomen verweisen auf das Subjekt: ich: mich/mir, du: dich/dir.
  • Ohne weiteres Akkusativobjekt steht meist der Akkusativ: Ich wasche mich.
  • Mit einem direkten Objekt steht oft der Dativ: Ich wasche mir die Hände. Bei Körperteilen steht normalerweise der bestimmte Artikel.
  • Im Perfekt heißt es haben + Reflexivpronomen + Partizip II: Ich habe mich beeilt.

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Last updated August 23, 2026