A2 · ElementaryLesson 1 of 3

Dürfen, sollen und wollen

Mit dürfen, sollen und wollen sprichst du über Erlaubnis, Auftrag und Absicht; wie andere Modalverben bilden sie eine Satzklammer – Niveau A2.

By the flumi team About 6 min read 11 vocabulary wordsGrammatik-Lernweg: Modalverben, Imperativ und höfliche Wünsche

Mit dürfen, sollen und wollen sprichst du über Erlaubnis, Auftrag und Absicht. Wie andere Modalverben bilden sie eine Satzklammer.

Du lernst:

  • die Modalverben im Präsens;
  • ihre Bedeutungen zu unterscheiden;
  • sie von können und müssen abzugrenzen;
  • einen Infinitiv am Satzende anzuschließen;
  • ihre Verneinung richtig zu verstehen.

Die Formen im Präsens

Person dürfen sollen wollen
ich darf soll will
du darfst sollst willst
er/sie/es darf soll will
wir dürfen sollen wollen
ihr dürft sollt wollt
sie/Sie dürfen sollen wollen

Bei Modalverben sind die Formen für ich und er/sie/es endungslos und gleich: ich darf – er darf. Im Singular ändert sich bei dürfen und wollen der Stammvokal: dürfen → darf, wollen → will. Bei sollen bleibt er gleich: soll.

Hier übst du das Präsens. Über die Vergangenheit sprichst du zum Beispiel mit durfte, sollte und wollte: Als Kind durfte ich länger aufbleiben.

Hier darf man nicht rauchen.

Ich soll meine Ärztin anrufen, aber ich will zuerst frühstücken.

Bedeutungen vergleichen

dürfen fragt nach Regeln, sollen gibt eine fremde Erwartung wieder, wollen zeigt den eigenen starken Wunsch oder Plan.

Kontrast Beispiel Unterschied
dürfen / können Ich darf Auto fahren. / Ich kann Auto fahren. Erlaubnis / Fähigkeit
sollen / müssen Du sollst einen Helm tragen. / Du musst einen Helm tragen. Rat, Auftrag oder weitergegebene Anweisung / starke Notwendigkeit
wollen / können Wir wollen mitkommen. / Wir können mitkommen. Absicht / Möglichkeit
wollen / möchten Ich will einen Tee. / Ich möchte bitte einen Tee. direkter Wunsch / höfliche Bestellung
Gebrauch von sollen Beispiel Bedeutung
weitergegebene Anweisung Die Chefin sagt, ich soll den Bericht heute schicken. Jemand anderes erwartet oder wünscht das.
Vorschlag Sollen wir ein Taxi nehmen? Wir überlegen gemeinsam, was wir tun können.
Gebrauch von dürfen Beispiel Bedeutung
Erlaubnis Du darfst heute länger bleiben. Eine Regel oder eine Person erlaubt es.
Verbot Hier darfst du nicht parken. Es ist nicht erlaubt.
höfliche Frage Darf ich kurz etwas fragen? Du bittest um Erlaubnis.
Gebrauch von wollen Beispiel Bedeutung
fester Plan Wir wollen im Sommer nach Österreich fahren. Das ist unsere Absicht.
spontaner Wunsch Ich will jetzt nach Hause. Das ist mein Wunsch in diesem Moment.

In einer Bestellung oder Bitte klingt Ich will einen Tee oft unhöflich oder schroff. Sage lieber: Ich möchte bitte einen Tee.

Darf ich das Fenster öffnen? – Ja, du darfst es öffnen.

Die Chefin sagt, ich soll den Bericht heute schicken.

Am Wochenende wollen wir unsere Freunde besuchen.

Die Satzklammer

Im Aussagesatz steht das konjugierte Modalverb auf Position zwei; der Infinitiv ohne zu steht am Satzende. In der Ja-Nein-Frage beginnt der Satz mit dem Modalverb.

Satzart Vorfeld konjugiertes Verb Mittelfeld Satzende
Aussagesatz Wir wollen morgen unsere Freunde besuchen.
Ja-Nein-Frage Darfst du morgen kommen?

Das konjugierte Modalverb und der Infinitiv bilden die Satzklammer.

In der Ja-Nein-Frage steht kein Satzteil vor dem Verb. Deshalb beginnt die Frage direkt mit dem konjugierten Modalverb: Darfst du morgen kommen?

Im Nebensatz steht das Modalverb zusammen mit dem Infinitiv am Ende. Vergleiche: Ich soll heute arbeiten. – …, weil ich heute arbeiten soll.

Quick check

Try one question now.

1
Ich heute länger bleiben, die Leitung anrufen und danach einkaufen.

Check your answer when you are ready. No sign-in needed.

Verneinung mit Modalverben

Mit nicht ändert sich die Bedeutung der Modalverben. Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen nicht dürfen und nicht müssen.

Form Bedeutung Beispiel
nicht dürfen Es ist verboten. Hier darfst du nicht rauchen.
nicht müssen Es ist nicht notwendig; du darfst es aber tun. Du musst nicht kommen.
nicht sollen Eine andere Person erwartet oder rät, dass du es nicht tust. Der Arzt sagt, du sollst nicht aufstehen.
nicht wollen Du hast nicht die Absicht oder den Wunsch dazu. Ich will nicht gehen.

Achte besonders auf diesen Unterschied:

  • Du darfst nicht gehen. = Es ist verboten.
  • Du musst nicht gehen. = Es ist nicht notwendig; du darfst aber gehen.

Häufige Fehler

Typische Fehler:

  • ✗ Ich will zu schlafen. → Nach einem Modalverb steht der Infinitiv ohne zu: Ich will schlafen.
  • ✗ ich darfe, ✗ ich wille → Die ich-Form hat keine Endung: ich darf, ich will.
  • ✗ Wir wollen besuchen unsere Freunde. → Der Infinitiv steht am Satzende: Wir wollen unsere Freunde besuchen.
  • ✗ …, weil ich soll heute arbeiten. → Im Nebensatz stehen Modalverb und Infinitiv am Ende: …, weil ich heute arbeiten soll.

Kurz zusammengefasst

  • dürfen = Erlaubnis.
  • sollen = Auftrag oder Rat.
  • wollen = feste eigene Absicht.
  • Im Hauptsatz steht der Infinitiv ohne zu am Satzende.
  • Im Nebensatz stehen Modalverb und Infinitiv zusammen am Ende.

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Modalverben dürfen, sollen und wollen

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Last updated October 14, 2026