Dürfen, sollen und wollen
Mit dürfen, sollen und wollen sprichst du über Erlaubnis, Auftrag und Absicht; wie andere Modalverben bilden sie eine Satzklammer – Niveau A2.
Mit dürfen, sollen und wollen sprichst du über Erlaubnis, Auftrag und Absicht. Wie andere Modalverben bilden sie eine Satzklammer.
Du lernst:
- die Modalverben im Präsens;
- ihre Bedeutungen zu unterscheiden;
- sie von können und müssen abzugrenzen;
- einen Infinitiv am Satzende anzuschließen;
- ihre Verneinung richtig zu verstehen.
Die Formen im Präsens
| Person | dürfen | sollen | wollen |
|---|---|---|---|
| ich | darf | soll | will |
| du | darfst | sollst | willst |
| er/sie/es | darf | soll | will |
| wir | dürfen | sollen | wollen |
| ihr | dürft | sollt | wollt |
| sie/Sie | dürfen | sollen | wollen |
Bei Modalverben sind die Formen für ich und er/sie/es endungslos und gleich: ich darf – er darf. Im Singular ändert sich bei dürfen und wollen der Stammvokal: dürfen → darf, wollen → will. Bei sollen bleibt er gleich: soll.
Hier übst du das Präsens. Über die Vergangenheit sprichst du zum Beispiel mit durfte, sollte und wollte: Als Kind durfte ich länger aufbleiben.
Hier darf man nicht rauchen.
Ich soll meine Ärztin anrufen, aber ich will zuerst frühstücken.
Bedeutungen vergleichen
dürfen fragt nach Regeln, sollen gibt eine fremde Erwartung wieder, wollen zeigt den eigenen starken Wunsch oder Plan.
| Kontrast | Beispiel | Unterschied |
|---|---|---|
| dürfen / können | Ich darf Auto fahren. / Ich kann Auto fahren. | Erlaubnis / Fähigkeit |
| sollen / müssen | Du sollst einen Helm tragen. / Du musst einen Helm tragen. | Rat, Auftrag oder weitergegebene Anweisung / starke Notwendigkeit |
| wollen / können | Wir wollen mitkommen. / Wir können mitkommen. | Absicht / Möglichkeit |
| wollen / möchten | Ich will einen Tee. / Ich möchte bitte einen Tee. | direkter Wunsch / höfliche Bestellung |
| Gebrauch von sollen | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| weitergegebene Anweisung | Die Chefin sagt, ich soll den Bericht heute schicken. | Jemand anderes erwartet oder wünscht das. |
| Vorschlag | Sollen wir ein Taxi nehmen? | Wir überlegen gemeinsam, was wir tun können. |
| Gebrauch von dürfen | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| Erlaubnis | Du darfst heute länger bleiben. | Eine Regel oder eine Person erlaubt es. |
| Verbot | Hier darfst du nicht parken. | Es ist nicht erlaubt. |
| höfliche Frage | Darf ich kurz etwas fragen? | Du bittest um Erlaubnis. |
| Gebrauch von wollen | Beispiel | Bedeutung |
|---|---|---|
| fester Plan | Wir wollen im Sommer nach Österreich fahren. | Das ist unsere Absicht. |
| spontaner Wunsch | Ich will jetzt nach Hause. | Das ist mein Wunsch in diesem Moment. |
In einer Bestellung oder Bitte klingt Ich will einen Tee oft unhöflich oder schroff. Sage lieber: Ich möchte bitte einen Tee.
Darf ich das Fenster öffnen? – Ja, du darfst es öffnen.
Die Chefin sagt, ich soll den Bericht heute schicken.
Am Wochenende wollen wir unsere Freunde besuchen.
Die Satzklammer
Im Aussagesatz steht das konjugierte Modalverb auf Position zwei; der Infinitiv ohne zu steht am Satzende. In der Ja-Nein-Frage beginnt der Satz mit dem Modalverb.
| Satzart | Vorfeld | konjugiertes Verb | Mittelfeld | Satzende |
|---|---|---|---|---|
| Aussagesatz | Wir | wollen | morgen unsere Freunde | besuchen. |
| Ja-Nein-Frage | Darfst | du morgen | kommen? |
Das konjugierte Modalverb und der Infinitiv bilden die Satzklammer.
In der Ja-Nein-Frage steht kein Satzteil vor dem Verb. Deshalb beginnt die Frage direkt mit dem konjugierten Modalverb: Darfst du morgen kommen?
Im Nebensatz steht das Modalverb zusammen mit dem Infinitiv am Ende. Vergleiche: Ich soll heute arbeiten. – …, weil ich heute arbeiten soll.
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Verneinung mit Modalverben
Mit nicht ändert sich die Bedeutung der Modalverben. Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen nicht dürfen und nicht müssen.
| Form | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| nicht dürfen | Es ist verboten. | Hier darfst du nicht rauchen. |
| nicht müssen | Es ist nicht notwendig; du darfst es aber tun. | Du musst nicht kommen. |
| nicht sollen | Eine andere Person erwartet oder rät, dass du es nicht tust. | Der Arzt sagt, du sollst nicht aufstehen. |
| nicht wollen | Du hast nicht die Absicht oder den Wunsch dazu. | Ich will nicht gehen. |
Achte besonders auf diesen Unterschied:
- Du darfst nicht gehen. = Es ist verboten.
- Du musst nicht gehen. = Es ist nicht notwendig; du darfst aber gehen.
Häufige Fehler
Typische Fehler:
- ✗ Ich will zu schlafen. → Nach einem Modalverb steht der Infinitiv ohne zu: Ich will schlafen.
- ✗ ich darfe, ✗ ich wille → Die ich-Form hat keine Endung: ich darf, ich will.
- ✗ Wir wollen besuchen unsere Freunde. → Der Infinitiv steht am Satzende: Wir wollen unsere Freunde besuchen.
- ✗ …, weil ich soll heute arbeiten. → Im Nebensatz stehen Modalverb und Infinitiv am Ende: …, weil ich heute arbeiten soll.
Kurz zusammengefasst
- dürfen = Erlaubnis.
- sollen = Auftrag oder Rat.
- wollen = feste eigene Absicht.
- Im Hauptsatz steht der Infinitiv ohne zu am Satzende.
- Im Nebensatz stehen Modalverb und Infinitiv zusammen am Ende.
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Modalverben dürfen, sollen und wollen
11 wordsLast updated October 14, 2026