B2 · Upper IntermediateGerman

Appositionen und ihre Kasuskongruenz

By the flumi team About 3 min read Practice exercises

Eine Apposition benennt dieselbe Person oder Sache ein zweites Mal. Enge Appositionen bilden mit dem Bezugswort eine feste Namenseinheit; lockere Appositionen werden durch Kommas abgesetzt.

In dieser Lektion lernst du, Appositionen abzugrenzen und mit ihrem Bezugswort im Kasus übereinstimmen zu lassen.

1. Funktion und Wirkung

Lockere Appositionen stehen im gleichen Kasus wie ihr Bezugswort. Artikel und Adjektive machen diese Kongruenz sichtbar. Titel ohne Artikel vor einem Namen sind meist eng angeschlossen und bleiben häufig unflektiert.

2. Formen und Kontraste

Bereich Struktur oder Bedeutung Beispiel
Nominativ Bezugswort und Apposition Nominativ Frau Keller, die neue Leiterin, spricht.
Akkusativ beide Akkusativ Ich treffe Herrn Keller, den neuen Leiter.
Dativ beide Dativ mit Frau Keller, der neuen Leiterin
Genitiv beide Genitiv die Rede Frau Kellers, der neuen Leiterin
enge Apposition kein Komma Professor Meyer, die Stadt Berlin

3. Anwendung im Kontext

  • Prüfe, ob beide Gruppen denselben Referenten bezeichnen.
  • Setze bei einer lockeren Zusatzinformation Kommas.
  • Übertrage den Kasus des Bezugsworts auf Artikel und Adjektiv der Apposition.

Wir danken Herrn Özdemir, unserem langjährigen Berater, für seine Arbeit.

Mara, meine älteste Freundin, lebt jetzt in Wien.

Grenzfälle bei Genus, Numerus und Titeln

Kasuskongruenz bedeutet nicht, dass auch Genus und Numerus immer gleich sein müssen:

  • mit dem Mitglied, einer erfahrenen Juristin: Beide Gruppen stehen im Dativ, aber Mitglied ist Neutrum und Juristin Femininum.
  • Die Geschwister, ein unzertrennliches Paar, reisen morgen ab. Bezugswort und Apposition stehen im Nominativ, unterscheiden sich aber im Numerus. Das Verb richtet sich hier nach dem pluralischen Bezugswort: reisen.
  • Eine artikellose Apposition im Singular kann als fester Nominativ erscheinen: mit Matthias, Absolvent der Hochschule. Mit Artikel wird der Dativ sichtbar: mit Matthias, einem Absolventen der Hochschule.

Mehrere Titel vor einem Namen bilden gewöhnlich eine enge Einheit ohne Komma: Direktor Professor Dr. Max Weber. Der Kasus wird nur an flektierbaren Bestandteilen sichtbar, zum Beispiel in bei Herrn Professor Dr. Weber.

4. Präzise formulieren

Eine lockere Apposition ist kein Relativsatz und hat kein eigenes Verb. Nach dem Entfernen der Apposition muss der Hauptsatz vollständig und der Bezug eindeutig bleiben.

In formeller Fach- und Verwaltungssprache sind lockere Appositionen häufig, weil sie Funktionen oder Zuständigkeiten kompakt ergänzen. Im spontanen Gespräch wirken bei längeren Zusätzen ein eigener Satz oder ein Relativsatz oft natürlicher. Das ist eine Registertendenz; an der Kasusregel ändert sie nichts.

5. Kompakter Überblick

Eng: feste Einheit ohne Komma. Locker: Zusatzbenennung mit Kommas und grundsätzlich Kasuskongruenz zum Bezugswort. Genus und Numerus können bei einer anders benannten Sicht auf denselben Referenten abweichen; artikellose Singularappositionen bilden einen wichtigen Grenzfall.

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Last updated July 20, 2026

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