B2 · Upper IntermediateLesson 3 of 3

Deklination substantivierter Adjektive und Partizipien

Substantivierte Adjektive und Partizipien wie der Reisende werden großgeschrieben, folgen aber weiterhin der Adjektivdeklination – Grammatik für B2.

Substantivierte Adjektive und Partizipien bezeichnen Personen oder abstrakte Inhalte, ohne ein sichtbares Nomen. Trotz Großschreibung behalten sie die Adjektivdeklination.

In dieser Lektion lernst du, substantivierte Adjektive und Partizipien großzuschreiben, ihren Kasus zu bestimmen und die starke, schwache oder gemischte Endung zu wählen.

Funktion und Wirkung

Artikelwort, Kasus, Genus und Numerus bestimmen die Endung: der Angestellte, ein Angestellter, die Reisenden. Nach etwas, nichts, viel, wenig stehen neutrale Formen meist mit starker Endung: etwas Neues, nichts Überraschendes.

Eine wichtige Ausnahme sind etwas anderes und nichts anderes: Hier schreibt man anderes klein. Nach alles steht die schwache Endung: alles Gute, mit allem Guten. Vergleiche alles Übrige mit im Übrigen (= außerdem).

  • Schwach nach einem der-Wort: der Angestellte, mit dem Angestellten.
  • Gemischt nach einem ein-Wort: ein Angestellter, mit einem Angestellten.
  • Stark ohne Artikelwort: Angestellter, mit Angestelltem. Solche artikellosen Personenbezeichnungen sind im Singular allerdings nicht in jedem Kontext üblich.

Alle vier Fälle im Vergleich

Die Tabelle verwendet durchgehend das substantivierte Partizip Angestellter im Maskulinum Singular. So ändern sich nur Kasus und Artikeltyp.

Kasus stark: ohne Artikel schwach: der-Wort gemischt: ein-Wort
Nominativ Angestellter der Angestellte ein Angestellter
Akkusativ Angestellten den Angestellten einen Angestellten
Dativ Angestelltem dem Angestellten einem Angestellten
Genitiv Angestellten des Angestellten eines Angestellten

Beim Genitiv steht nach des und eines die Endung -en: die Sorgen des Angestellten, die Aussage eines Verantwortlichen. Die artikellose starke Genitivform ist bei einer einzelnen Personenbezeichnung im heutigen Alltagsdeutsch selten; die Tabelle zeigt sie zur systematischen Gegenüberstellung.

Die folgenden Nominativformen ergänzen den Vergleich. Besonders im Plural entscheidet das Artikelwort über die Endung.

Genus / Numerus schwach: der-Wort gemischt: ein-Wort stark: ohne Artikelwort
Femininum Singular die Angestellte eine Angestellte Angestellte
Neutrum Singular das Neue ein Neues Neues
Plural die Angestellten keine Angestellten Angestellte, zwei Angestellte, alle Angestellten

Der Angestellte arbeitet heute zu Hause. Die Kollegin vertritt den Angestellten. Die Leitung spricht mit dem Angestellten. Die Sorgen des Angestellten werden ernst genommen.

Die Endung Schritt für Schritt bestimmen

Analysiere den Satz: Die Direktorin spricht mit einem Angestellten.

  1. Kasus: Die Präposition mit verlangt den Dativ.
  2. Genus und Numerus: einem zeigt Maskulinum Singular.
  3. Artikeltyp: einem ist ein ein-Wort; deshalb gilt die gemischte Deklination.
  4. Endung: Im Dativ Maskulinum trägt das Artikelwort bereits -em. Die substantivierte Form erhält -en: einem Angestellten.
  5. Schreibung: Weil das Partizip anstelle eines Nomens steht, beginnt Angestellten mit einem Großbuchstaben.

Wir helfen den Verletzten und sprechen mit einer Verantwortlichen.

Im Bericht steht nichts Neues, aber viel Ermutigendes.

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1
Eine verletzte Person wartet vor dem Behandlungsraum. Mit bestimmtem Artikel heißt es: „Der wartet.“

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Besondere Personenbezeichnungen

Einige häufige Personenbezeichnungen wirken wie gewöhnliche Nomen, folgen aber weiterhin der Adjektivdeklination:

  • Beamter: der Beamte, ein Beamter, des Beamten, die Beamten, zwei Beamte.
  • Deutscher: der Deutsche, ein Deutscher, des Deutschen, die Deutschen, zwei Deutsche.
  • Fremder: der Fremde, ein Fremder, die Fremden.
  • Erwachsener: der Erwachsene, ein Erwachsener, die Erwachsenen.

Auch andere Nationalitätsbezeichnungen dieses Typs werden großgeschrieben und entsprechend dekliniert: eine Österreicherin ist ein gewöhnliches Nomen, aber eine Deutsche ist ein substantiviertes Adjektiv.

In der Schweiz schreibt man kein ß: Dort heißt es zum Beispiel der Weisse statt der Weiße. Die Deklinationsendung bleibt gleich.

Häufige Fehler

Großschreibung macht die Form nicht unveränderlich. ✗ mit einem Bekannte; richtig ist mit einem Bekannten. Achte außerdem auf den Artikeltyp: der Bekannte, aber ein Bekannter.

Im Plural: ✗ viele Angestellten; richtig ist viele Angestellte, aber alle Angestellten. Unterscheide auch Adjektiv und Nomen: ✗ ein Deutsche; richtig ist ein Deutscher, dagegen eine Österreicherin.

Kompakter Überblick

Substantiviert bedeutet großgeschrieben, nicht undekliniert. Prüfe in dieser Reihenfolge:

  1. Kasus,
  2. Genus und Numerus,
  3. Artikeltyp,
  4. starke, schwache oder gemischte Endung.

Der Genitiv gehört vollständig zum System: des Angestellten, eines Angestellten. Formen wie Beamter und Deutscher folgen demselben Prinzip.

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Last updated October 14, 2026