B1 · Intermediate

Direkte und indirekte Rede im Alltag

Direkte Rede gibt Äußerungen wörtlich wieder, indirekte Rede fasst sie im Alltag meist mit dass-Sätzen im Indikativ zusammen – Grammatik für B1.

By the flumi team About 5 min read

Direkte Rede gibt Äußerungen wörtlich wieder; indirekte Rede fasst ihren Inhalt aus einer neuen Sprecherperspektive zusammen. Im Alltag stehen dabei häufig dass-Sätze oder uneingeleitete Verbzweitsätze im Indikativ.

Du wandelst direkte Rede in alltagstypische indirekte Rede um und passt Pronomen, Zeitangaben und Verbstellung an die neue Perspektive an.

Kernidee

Direkte Rede wird durch Anführungszeichen und passende Satzzeichen markiert. In indirekter Rede ändern sich oft Pronomen sowie Zeit- und Ortsangaben. Der Konjunktiv I ist besonders in journalistischen Texten wichtig, im B1-Alltag ist sagen, dass … sehr gebräuchlich.

Steht der Redebegleitsatz danach oder dazwischen, trennt ein Komma die Teile: „Ich komme morgen“, sagt Mia. / „Ich komme“, sagt Mia, „aber erst später.“ Bei Fragen und Ausrufen bleibt das Frage- oder Ausrufezeichen: „Kommst du?“, fragt sie. / „Komm sofort!“, ruft sie.

In Deutschland und Österreich sind meist die Anführungszeichen „ … “ üblich; in der Schweiz schreibt man häufig « … ».

Formen und Orientierung

Bereich Regel Beispiel
direkt wörtlich Mia sagt: „Ich komme morgen.“
indirekt mit dass Verb am Ende Mia sagt, dass sie morgen kommt.
indirekt ohne dass Hauptsatzstellung Mia sagt, sie kommt morgen.
Konjunktiv I berichtete Aussage markieren Mia sagt, sie komme morgen.
indirekte Ja-/Nein-Frage ob + Verb am Ende Sie fragt, ob er kommt.
indirekte W-Frage W-Wort + Verb am Ende Sie fragt, wann er kommt.
Direkte Form Mögliche indirekte Form
ich sie/er
heute an diesem Tag
hier dort
gestern am Vortag

Die Anpassung hängt davon ab, wann und von wo aus berichtet wird.

Indirekte Fragen

Eine Frage ohne Fragewort wird mit ob wiedergegeben. Ein vorhandenes W-Wort wie wann, wo, warum oder wie bleibt erhalten. In beiden Fällen steht das finite Verb am Ende:

  • Direkt: Sie fragt: „Kommt er heute?“ → Indirekt: Sie fragt, ob er heute kommt.
  • Direkt: Sie fragt: „Wann kommt er?“ → Indirekt: Sie fragt, wann er kommt.

Der ganze Satz ist grammatisch eine Aussage über eine Frage. Deshalb steht am Ende normalerweise ein Punkt, wenn der übergeordnete Satz keine direkte Frage ist.

Aufforderungen und Bitten wiedergeben

Für einen Imperativ gibt es mehrere alltagstypische Möglichkeiten:

Direkte Rede Indirekte Wiedergabe Wirkung
Er sagt: „Komm pünktlich!“ Er sagt, ich soll pünktlich kommen. alltägliche Wiedergabe einer Aufforderung
Er sagt: „Komm pünktlich!“ Er sagt, ich solle pünktlich kommen. Konjunktiv I, formeller oder berichtend
Er sagt: „Komm bitte pünktlich!“ Er bittet mich, pünktlich zu kommen. Bitte mit Infinitivgruppe

Sollen ist also nicht die einzige Möglichkeit. Das Einleitungsverb zeigt, ob jemand etwas sagt, verlangt, empfiehlt oder darum bittet.

Gebrauch im Zusammenhang

  • Entscheide, ob der genaue Wortlaut wichtig ist.
  • Passe Personen- und Zeitbezüge an die neue Sprechsituation an.
  • Setze bei dass das finite Verb ans Ende und trenne den Nebensatz mit Komma ab.

Indikativ oder Konjunktiv I?

Im Alltag ist der Indikativ häufig, besonders wenn klar ist, wessen Aussage wiedergegeben wird:

  • Direkt: Mia sagt: „Ich bin krank.“
  • Alltag: Mia sagt, dass sie krank ist.
  • Deutlich berichtend: Mia sagt, sie sei krank.

Der Konjunktiv I macht den Quellenbezug sichtbar und ist besonders in journalistischen oder formell berichtenden Texten üblich. Er bedeutet nicht automatisch, dass die berichtende Person zweifelt.

Form Konjunktiv I, 3. Person
sein er sei, sie seien
haben er habe
werden er werde
kommen er komme

Wenn eine Konjunktiv-I-Form genauso aussieht wie der Indikativ, nimmt man in formeller indirekter Rede oft den Konjunktiv II: Sie sagen, sie haben keine Zeit → Sie sagen, sie hätten keine Zeit. Für B1-Gespräche ist eine klare dass-Konstruktion im Indikativ meist eine sichere Lösung.

Direkt: Ben sagt: „Ich habe heute keine Zeit.“

Indirekt: Ben sagt, dass er heute keine Zeit hat. An einem späteren Tag kann heute zu an diesem Tag werden.

Vergangene Redeeinleitung: Ben sagte: „Ich arbeite hier.“ → Ben sagte, dass er dort arbeitet. Wenn die Arbeit inzwischen beendet ist, passt je nach Kontext auch dass er dort arbeitete.

Zeit- und Ortswechsel: Lea sagte: „Ich war gestern hier.“ → Später an einem anderen Ort: Lea sagte, dass sie am Vortag dort war.

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Typische Stolperstelle

Indirekte Rede ist keine unveränderte Kopie: ✗ Ben sagt: „Ich habe keine Zeit.“ – Ben sagt, dass ich keine Zeit habe. Richtig ist: Ben sagt: „Ich habe keine Zeit.“ – Ben sagt, dass er keine Zeit hat.

Kurz zusammengefasst

Wörtlich = Anführungszeichen. Berichtete Aussagen stehen häufig mit dass + Verbende; ob und W-Wörter leiten indirekte Fragen ein. Aufforderungen können mit sollen oder einer Infinitivgruppe wiedergegeben werden. Indikativ ist im Alltag häufig, Konjunktiv I markiert den Quellenbezug deutlicher. Pronomen, Orts- und Zeitangaben folgen der Perspektive des Berichtenden.

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Last updated October 14, 2026