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Genusregeln und Fremdwörter

By the flumi team About 4 min read Practice exercises

Das grammatische Geschlecht eines Substantivs ist oft lexikalisch. Endungen und Bedeutungsgruppen geben jedoch zuverlässige Hinweise – auch bei vielen Fremdwörtern.

Du nutzt Endungen und Bedeutungsgruppen als Genushinweise und gehst mit schwankenden Fremdwörtern bewusst um.

1. Kernidee

Substantive auf -ung, -heit, -keit, -schaft, -tion, -tät sind meist feminin; -chen, -lein, -ment, -um meist neutral. Auch viele Substantive auf -e sind feminin, zum Beispiel die Blume, die Lampe, die Katze. Diese Regel hat jedoch mehr Ausnahmen als Endungen wie -ung oder -heit. Starke maskuline Hinweise sind -ling und -ismus; auch -ig sowie Personen- und Fremdwortsuffixe wie -ant und -or führen häufig zum Maskulinum. Bei neuen Lehnwörtern können Bedeutung, Endung und ein deutsches Vergleichswort zusammenwirken.

2. Formen und Orientierung

Bereich Regel Beispiel
feminin -tion, -tät die Information, die Universität
feminin, häufig -e die Blume, die Lampe, die Katze
neutral -ment, -um das Dokument, das Museum
maskulin, sehr starker Hinweis -ling, -ismus der Frühling, der Tourismus
maskulin, häufig -ig der Honig, der Essig, der Käfig
maskuline Personenbezeichnungen -ant der Praktikant, der Demonstrant, der Lieferant
viele maskuline Fremdwörter -or der Motor, der Faktor, der Generator
schwankend regional oder fachsprachlich das/der Blog, der/das Joghurt

Die Endung allein ist keine Garantie. Ausnahmen zur häufigen -e-Regel sind zum Beispiel der Name, der Käse und das Ende. Weitere Ausnahmen sind das Reisig, das Restaurant und das Labor. Auch -er ist nur bei vielen Personenbezeichnungen ein guter Hinweis: der Lehrer, aber das Fenster und das Messer.

Personenbezeichnungen und natürliches Geschlecht

Bei vielen Personenbezeichnungen zeigt die Wortbildung das natürliche Geschlecht: der Lehrer – die Lehrerin, der Praktikant – die Praktikantin. Das ist etwas anderes als eine reine Endungsregel für Sachwörter. Außerdem gibt es feste grammatische Genera, die nicht vom Geschlecht einer konkreten Person abhängen: die Person, das Mitglied.

Komposita: Der letzte Bestandteil entscheidet

Bei einem zusammengesetzten Substantiv bestimmt der letzte Bestandteil das Genus. Dieser letzte Teil heißt auch Grundwort:

  • die Hand + die Taschedie Handtasche
  • das Haus + der Schlüsselder Hausschlüssel
  • die Kinder + das Zimmerdas Kinderzimmer

Die ersten Bestandteile machen die Bedeutung genauer, ändern aber das Genus des Grundworts nicht. Diese Regel ist sehr hilfreich, wenn du ein langes neues Kompositum siehst.

3. Gebrauch im Zusammenhang

  • Lerne neue Substantive immer zusammen mit Artikel und Plural.
  • Nutze Endungsregeln als starke Hinweise, nicht als Garantie.
  • Suche bei einem Kompositum zuerst den letzten Bestandteil.
  • Prüfe bei schwankendem Genus, welche Form in deinem Kontext oder deiner Region üblich ist.

Die E-Mail ist angekommen, aber das Meeting wurde verschoben.

Im Standardgebrauch heißt es meist das Team und der Laptop.

Die Produktion an der Universität beginnt im Herbst; beide Nomen sind wegen -tion beziehungsweise -tät feminin.

Das Experiment findet im neuen Zentrum statt; Experiment und Zentrum sind wegen -ment beziehungsweise -um neutral.

Der Praktikant zeigt dem Direktor den Motor. Der Honig wird im Frühling geerntet.

In der Reisetasche bestimmt die Tasche das Genus; in dem Wörterbuch bestimmt das Buch das Genus.

Bei Fremdwörtern gibt es D-A-CH-Variation. das Blog und der Blog sind standardsprachlich möglich. Bei Joghurt sind der und das standardsprachlich; das Joghurt ist besonders in Österreich und der Schweiz verbreitet. Ostösterreichisch kommt mundartlich auch die Joghurt vor. Solche Varianten lernst du am besten zusammen mit dem lokal üblichen Artikel.

4. Typische Stolperstelle

Übertrage das Genus nicht einfach aus einer anderen Sprache. Das deutsche das Problem kann trotz eines anderssprachigen maskulinen Entsprechungswortes neutral sein.

5. Kurz zusammengefasst

  • Feminine Hinweise: besonders -ung, -heit, -keit, -schaft, -tion, -tät; häufig auch -e. Neutrale Hinweise: -chen, -lein, -ment, -um.
  • Maskuline Hinweise: besonders -ling, -ismus, häufig auch -ig, Personen auf -ant und viele Fremdwörter auf -or.
  • Bei Komposita bestimmt der letzte Bestandteil das Genus: die Handtasche, der Hausschlüssel, das Kinderzimmer.
  • Personenpaare wie Lehrer/Lehrerin folgen oft dem natürlichen Geschlecht; Person und Mitglied behalten ihr festes Genus.
  • Die zuverlässigste Lerneinheit bleibt Artikel + Substantiv + Plural; bei Varianten entscheidet der regionale Gebrauch.

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Last updated July 20, 2026

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