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Der Genitiv und seine Grundfunktionen

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Der Genitiv verbindet vor allem Substantive und markiert Zugehörigkeit, Teil-Ganzes-Beziehungen oder genauere Bestimmungen. Er erscheint außerdem nach bestimmten PrĂ€positionen.

Du bildest Genitivattribute und Genitivgruppen mit den passenden Artikel-, Adjektiv- und Nominalendungen.

1. Kernidee

Maskuline und neutrale Substantive erhalten im Singular meist -(e)s; feminine Substantive und alle Pluralformen bleiben am Nomen unverÀndert. Artikel und Adjektive zeigen den Genitiv deutlich. Eine wichtige Ausnahme bilden schwache maskuline Nomen.

2. Formen und Orientierung

Bereich Artikel und Adjektiv Beispiel
maskulin des/eines + Adjektiv auf -en der Plan des neuen Chefs
neutral des/eines + Adjektiv auf -en das Ende des langen GesprÀchs
feminin der/einer + Adjektiv auf -en die Meinung der neuen Kollegin
Plural mit Artikel der + Adjektiv auf -en die Ergebnisse der neuen Studien
Plural ohne Artikel Adjektiv auf -er die Ergebnisse neuer Studien
maskulin/neutral ohne Artikel Adjektiv meist auf -en guten Mutes, kalten Blutes

Bei einem zĂ€hlbaren Substantiv im Singular steht normalerweise ein Artikelwort: des neuen Chefs oder eines neuen Chefs. Die Form ✗ neuen Chefs ohne Artikel ist in dieser Bedeutung nicht die normale Wahl.

Schwache maskuline Nomen

Viele maskuline Personenbezeichnungen bilden den Genitiv nicht mit -(e)s, sondern mit -(e)n:

Nominativ Genitiv Muster
der Student des Studenten schwache Deklination: -en
der Herr des Herrn schwache Deklination: -n
der Name des Namens gemischte Deklination: -n + -s

Nicht ✗ des Students oder ✗ des Herrs. Lerne bei schwachen Nomen die Genitivform zusammen mit dem Grundwort. Name ist ein verwandter Sonderfall der gemischten Deklination.

Genitiv oder von + Dativ?

Zugehörigkeit kann auch mit von + Dativ ausgedrĂŒckt werden:

  • das Auto meines Bruders – kompakt, in geschriebener und formeller Sprache besonders ĂŒblich
  • das Auto von meinem Bruder – in der gesprochenen Sprache sehr hĂ€ufig und grammatisch korrekt

Die von-Konstruktion ist nicht grundsÀtzlich falsch. Sie ist oft praktisch, wenn ein Genitiv schwer erkennbar oder eine Nominalgruppe lang ist.

3. Gebrauch im Zusammenhang

  • Verwende -es hĂ€ufig bei einsilbigen Wörtern: des Jahres, des Kindes.
  • Bei Namen steht der Genitiv meist vor dem Bezugswort: Marias Fahrrad.
  • Nach wegen, trotz, wĂ€hrend, außerhalb ist in formeller Standardsprache der Genitiv die sichere Wahl.

PrÀpositionen im gesprochenen Gebrauch

Nach wegen und trotz ist der Dativ in gesprochener und regional geprÀgter Sprache sehr verbreitet: wegen dem Regen, trotz dem Wind. In formellen Texten steht meist der Genitiv: wegen des Regens, trotz des Windes.

Auch wĂ€hrend dem GesprĂ€ch kommt gesprochen vor; formell ist wĂ€hrend des GesprĂ€chs unauffĂ€lliger. Bei außerhalb sind Genitiv oder von + Dativ ĂŒblich: außerhalb der Stadt, außerhalb von Berlin. Ein bloßer Dativ nach außerhalb lĂ€sst sich daher nicht einfach mit den Mustern nach wegen und trotz gleichsetzen.

Wegen des starken Regens blieb das Stadion leer.

Das ist Pauls SchlĂŒssel; bei Namen auf s-Laut schreibt man nur den Apostroph: Max' SchlĂŒssel.

4. Typische Stolperstelle

Achte auf die feste Verbindung: Nicht des Chef Plan, sondern der Plan des Chefs. Bei normalen Substantiven steht das Genitivattribut meist nach dem Bezugswort.

5. Kurz zusammengefasst

Der Genitiv beantwortet oft wessen? Nach Artikelwörtern endet das Adjektiv auf -en; im artikellosen Plural steht -er. Maskuline und neutrale Singularnomen bekommen meist -(e)s, schwache Maskulina dagegen -(e)n. In gesprochener Sprache ist von + Dativ eine hÀufige Alternative.

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Last updated July 20, 2026

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