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Gemischte und schwache Adjektivdeklination im System

By the flumi team About 5 min read Practice exercises

Die Adjektivendung hängt davon ab, wie viel grammatische Information das vorausgehende Artikelwort schon zeigt. Das erklärt den Unterschied zwischen schwacher und gemischter Deklination.

Anhand des Artikelworts entscheidest du, ob ein Adjektiv schwach oder gemischt dekliniert wird und wo es selbst die Kasusinformation tragen muss.

1. Kernidee

Nach dem bestimmten Artikel und ähnlichen Wörtern (dieser, jeder, welcher) ist die Adjektivendung schwach: meist -en, nur in fünf Grundformen -e. Nach ein, kein und Possessivartikeln ist sie gemischt: Fehlt am Artikel eine sichtbare Endung, übernimmt das Adjektiv das starke Signal.

2. Formen und Orientierung

Die erste Tabelle hält Genus und Numerus fest: Alle Formen beziehen sich auf den maskulinen Singular Kaffee. So werden die drei Deklinationsmuster in allen vier Kasus direkt vergleichbar. Danach ergänzt eine zweite Tabelle die wichtigen Formen im Femininum und Neutrum.

Kasus stark: ohne Artikel schwach: der-Wort gemischt: ein-Wort
Nominativ guter Kaffee der gute Kaffee ein guter Kaffee
Akkusativ guten Kaffee den guten Kaffee einen guten Kaffee
Dativ gutem Kaffee dem guten Kaffee einem guten Kaffee
Genitiv guten Kaffees des guten Kaffees eines guten Kaffees

Die fünf schwachen Formen auf -e

Nach einem bestimmten Artikel endet das Adjektiv in genau fünf Grundformen auf -e: im Nominativ Maskulinum sowie im Nominativ und Akkusativ Femininum und Neutrum.

Form stark: ohne Artikel schwach: bestimmter Artikel gemischt: ein-Wort
Nominativ Maskulinum guter Kaffee der gute Kaffee ein guter Kaffee
Nominativ Femininum gute Idee die gute Idee eine gute Idee
Akkusativ Femininum gute Idee die gute Idee eine gute Idee
Nominativ Neutrum gutes Getränk das gute Getränk ein gutes Getränk
Akkusativ Neutrum gutes Getränk das gute Getränk ein gutes Getränk

Beim gemischten Muster ist der Unterschied gut sichtbar: ein zeigt im Nominativ Maskulinum und im Nominativ/Akkusativ Neutrum keine Endung. Deshalb trägt das Adjektiv dort das starke Signal -er oder -es: ein guter Kaffee, ein gutes Getränk. Bei eine gute Idee zeigt bereits eine die Form; das Adjektiv endet auf -e.

Im Genitiv Singular maskulin und neutral steht auch beim gemischten Muster -en am Adjektiv: eines guten Kaffees, meines kalten Getränks. Das Artikelwort (eines/meines) und die Endung -(e)s am Nomen markieren den Genitiv bereits. Auch die starke Form hat hier -en; artikellose Genitivgruppen wie guten Kaffees sind jedoch vor allem in gehobenen oder fachsprachlichen Kontexten üblich.

Die Grundendungen gelten im Standarddeutschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unterschiede betreffen eher den Gebrauch und das Register: Artikellose Genitivgruppen wie guten Kaffees wirken oft gehoben, während im Alltag zum Beispiel der Geruch von gutem Kaffee natürlicher ist. In festen Wendungen wie guten Mutes bleibt der artikellose Genitiv üblich. Solche Unterschiede ändern das Deklinationssystem der Tabellen nicht.

Der Plural im System

Der unbestimmte Artikel ein hat keinen Plural. Kein und Possessivartikel besitzen aber Pluralformen. Weil diese Artikelwörter in allen vier Fällen eine sichtbare Endung tragen, steht das Adjektiv danach immer auf -en.

Kasus stark: ohne Artikel schwach: der-Wort kein-/Possessivartikel
Nominativ neue Aufgaben die neuen Aufgaben keine/meine neuen Aufgaben
Akkusativ neue Aufgaben die neuen Aufgaben keine/meine neuen Aufgaben
Dativ mit neuen Aufgaben mit den neuen Aufgaben mit keinen/meinen neuen Aufgaben
Genitiv wegen neuer Aufgaben wegen der neuen Aufgaben wegen keiner/meiner neuen Aufgaben

3. Gebrauch im Zusammenhang

  • Suche zuerst das Artikelwort.
  • Zeigt es Genus und Kasus deutlich, verwende am Adjektiv meist -e/-en.
  • Fehlt ein sichtbares Signal bei ein/kein/mein, trägt das Adjektiv -er, -es oder -e.
  • Prüfe im Plural besonders den Dativ: Das Adjektiv endet auf -en, und das Nomen erhält meist ebenfalls -n, wenn die Pluralform noch nicht auf -n oder -s endet: mit meinen neuen Büchern, aber mit meinen neuen Aufgaben.

Dieser interessante Kurs beginnt in einem neuen Gebäude.

Sie hat keine passende Lösung, aber einen guten Vorschlag.

4. Typische Stolperstelle

Nicht das Substantiv, sondern das Artikelwort entscheidet über das Deklinationsmuster. Vergleiche: guter Kaffee – der gute Kaffee – ein guter Kaffee.

5. Kurz zusammengefasst

Stark markiert das Adjektiv selbst, schwach folgt es einem vollständig markierten Artikel, gemischt ergänzt es ein unvollständig markiertes ein-Wort. Im Genitiv maskulin/neutrum heißt es des/eines guten Kaffees; nach kein und Possessivartikeln steht im gesamten Plural -en am Adjektiv.

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Last updated July 20, 2026

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