Futur I für Pläne, Prognosen und Vermutungen
Das Futur I richtet den Blick nach vorn oder drückt eine Vermutung über die Gegenwart aus. Für feste Pläne genügt oft das Präsens.
Du wählst zwischen Präsens und Futur I und erkennst, wann werden + Infinitiv eine Vermutung über die Gegenwart ausdrückt.
1. Kernidee
Die Form lautet werden + Infinitiv; das finite werden steht an Position zwei, der Infinitiv am Satzende. Bei Vermutungen erscheinen oft wohl, vermutlich, wahrscheinlich.
2. Formen und Orientierung
Das finite Verb werden trägt die Personalendung; der zweite Infinitiv bleibt unverändert.
| Person | Form von werden | Futur-I-Beispiel |
|---|---|---|
| ich | werde | Ich werde anrufen. |
| du | wirst | Du wirst anrufen. |
| er/sie/es | wird | Sie wird anrufen. |
| wir | werden | Wir werden anrufen. |
| ihr | werdet | Ihr werdet anrufen. |
| sie/Sie | werden | Sie werden anrufen. |
| Bereich | Regel | Beispiel |
|---|---|---|
| Zukunftsprognose | werden + Infinitiv | Die Preise werden steigen. |
| Absicht/Versprechen | betontes Futur | Ich werde mich kümmern. |
| fester Plan | oft Präsens + Zeit | Morgen fahren wir los. |
| Vermutung jetzt | werden + wohl | Er wird wohl arbeiten. |
3. Gebrauch im Zusammenhang
- Nutze das Präsens für vereinbarte Termine mit klarer Zeitangabe oder eindeutigem Zukunftskontext.
- Nutze Futur I für Prognosen, Versprechen oder betonte Absichten.
- Erkenne bei wohl und ähnlichen Markern, dass die Aussage die Gegenwart meinen kann.
| Kontext | Präsens | Futur I |
|---|---|---|
| Zeitangabe macht Zukunft klar | Morgen arbeite ich zu Hause. | Morgen werde ich zu Hause arbeiten. |
| kein vorbereitender Kontext | Ich arbeite in Berlin wird meist als Gegenwart verstanden. | Ich werde in Berlin arbeiten markiert den Zukunftsbezug. |
| Zukunft aus der Frage klar | Was machst du ab September? – Ich arbeite in Berlin. | Futur I ist möglich, aber nicht nötig. |
Der Zug wird voraussichtlich zehn Minuten später ankommen.
Wo ist Amir? – Er wird noch im Büro sein. Das ist eine Vermutung über jetzt.
Verneinung und Fragen
| Satzart | Beispiel |
|---|---|
| Aussage | Du wirst das schaffen. |
| Verneinung | Du wirst das nicht schaffen. |
| Ja-Nein-Frage | Wirst du das nicht schaffen? |
| W-Frage | Wann werdet ihr ankommen? |
In der Ja-Nein-Frage steht das finite werden an erster Stelle. Das nicht steht bei der Verneinung vor dem Teil, der verneint wird.
Im gesprochenen Alltagsdeutsch wird im gesamten D-A-CH-Raum für eine klar erkennbare Zukunft sehr oft das Präsens verwendet. Futur I ist besonders nützlich für Prognosen, Versprechen, nachdrückliche Absichten und schriftliche Vorausblicke. Wie häufig es vorkommt, hängt von Situation, Textsorte und Person ab; eine feste nationale Regel gibt es nicht.
4. Typische Stolperstelle
werden plus Infinitiv ist nicht immer zeitlich zukünftig. Sie wird krank sein kann wahrscheinlich ist sie krank bedeuten. Der Kontext entscheidet.
5. Kurz zusammengefasst
- Form: werde/wirst/wird/werden/werdet + Infinitiv.
- Klare Zukunft im Kontext: oft Präsens; Prognose oder betonte Absicht: häufig Futur I.
- Frage: finites werden zuerst; Verneinung: nicht vor dem verneinten Teil.
- Futur I kann auch eine Vermutung über die Gegenwart ausdrücken.
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Last updated July 20, 2026