Die Laute ch, r und s
Die Buchstabenfolgen ch, r und s können im Deutschen unterschiedlich klingen. Eine verständliche Aussprache ist wichtiger als eine bestimmte regionale Variante.
Du lernst:
- Ich-Laut und Ach-Laut zu unterscheiden;
- chs als ks in häufigen Wörtern zu erkennen;
- ein deutliches r am Silbenanfang und ein schwaches r am Silbenende zu unterscheiden;
- stimmhaftes und stimmloses s sowie die Schreibung mit ss/Ăź zu ĂĽben.
1. Die beiden ch-Laute
Nach a, o, u, au steht meist der Ach-Laut; nach anderen Vokalen, Umlauten und Konsonanten meist der Ich-Laut.
| ch-Aussprache | Umgebung | Beispiel |
|---|---|---|
| Ich-Laut: weich und weit vorn im Mund | nach i, e, ä, ö, ü | ich, Bücher |
| Ach-Laut: weiter hinten im Mund | nach a, o, u, au | Bach, Buch |
Besondere Schreibungen
Nicht jede Schreibung mit ch folgt diesen beiden Regeln:
| Schreibung | Aussprache | Beispiel |
|---|---|---|
| chs | wie ks in vielen häufigen Wörtern | sechs, Fuchs, wachsen |
| ch in manchen Fremdwörtern | wie k | Chor, Charakter |
Sprich langsam: ich – mich – Bücher, Bach – doch – Buch und sechs – Fuchs – wachsen. In der letzten Gruppe klingt chs wie ks.
2. Das r
Die Stellung in der Silbe hilft bei der Aussprache. Am Wort- oder Silbenanfang ist r meist deutlich als Konsonant zu hören. Nach einem langen Vokal am Silbenende und in der unbetonten Endung -er klingt es bei vielen Sprechenden eher wie ein schwaches a.
| Stellung | Typische Aussprache | Beispiel |
|---|---|---|
| Wort-/Silbenanfang | konsonantisch, gerieben oder gerollt | rot, drei, hören |
| nach langem Vokal am Silbenende | oft wie ein schwaches a | TĂĽr, mehr |
| unbetonte Endung -er | oft wie ein schwaches a | Lehrer, besser |
GefĂĽhrt sprechen
- Sprich das r am Anfang deutlich: rot – Rose – Reise.
- Vergleiche Anfang und Wortende: Reh – mehr, rot – Tor.
- Sprich die Endung -er schnell und locker: Lehrer – Fahrer – besser.
- Lies den Satz zweimal: Der rote Roller gehört dem Lehrer. Achte zuerst auf das deutliche r am Anfang, dann auf das schwache r in -er.
Die r-Aussprache variiert regional. Mehrere Varianten sind standardnah, solange das Wort verständlich bleibt.
3. Das s
ss und ß klingen beide wie ein stimmloses s. In Deutschland und Österreich entscheidet normalerweise die Länge des Vokals über die Schreibung.
| Schreibung | Regel | Beispiel |
|---|---|---|
| s | am Wortanfang vor Vokal oft stimmhaft | Sonne, sieben |
| ss | nach kurzem Vokal, stimmlos | Kasse, mĂĽssen |
| Ăź | nach langem Vokal oder Diphthong, stimmlos | StraĂźe, FuĂź, heiĂźen |
| sp/st | am Wortanfang meist schp/scht | Sport, StraĂźe |
In der Schweizer Standardschreibung gibt es kein ß: Man schreibt immer ss, also Strasse, Fuss, heissen. In Deutschland und Österreich gehört ß zur Standardschreibung; dort gilt ss nach kurzem Vokal, ß nach langem Vokal oder Diphthong.
4. Häufige Fehler
Sprich ich nicht wie isch in neutraler Standardsprache. Halte die Zunge beim Ich-Laut weiter vorn als beim sch.
5. Kurz zusammengefasst
- ch hat meist einen Ich- oder Ach-Laut; chs klingt in Wörtern wie sechs wie ks.
- r ist am Silbenanfang meist deutlich; nach langem Vokal am Silbenende und in -er klingt es oft wie ein schwaches a.
- ss steht nach kurzem, Ăź nach langem Vokal oder Diphthong.
- Die Schweiz schreibt immer ss; Deutschland und Ă–sterreich verwenden auch Ăź.
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Vocabulary in this lesson
Play a word to hear it, then mark it as known or save it to study.
Last updated July 20, 2026