B1 · IntermediateGerman

Substantive aus Verben und Adjektiven

By the flumi team About 4 min read Practice exercises

Durch Nominalisierung werden Handlungen, Eigenschaften oder Personen als Substantive ausgedrückt. Das ist in Sachtexten häufig, kann einen Satz aber dichter machen.

Du erkennst und bildest Nominalisierungen aus Verben und Adjektiven, schreibst sie groß und wählst die passende Deklinationsform.

1. Drei Wege zum Substantiv

  1. Ein Infinitiv wird als Substantiv gebraucht: lesen → das Lesen.
  2. Ein Suffix bildet ein neues Wort: entscheiden → die Entscheidung.
  3. Ein Adjektiv bezeichnet eine Person oder Sache und erhält eine Adjektivendung: der Neue, etwas Neues.

Nominalisierte Infinitive sind immer neutral. Bei abgeleiteten Substantiven hängt das Genus dagegen vom Wortbildungsmuster oder vom einzelnen Wort ab.

2. Wortbildungsmuster und Genus

Bildung Typisches Genus Beispiele
Infinitiv als Substantiv immer neutral reisen → das Reisen
Verb + -ung feminin entscheiden → die Entscheidung
Adjektiv + -heit/-keit feminin frei → die Freiheit, möglich → die Möglichkeit
Wort + -schaft feminin Freund → die Freundschaft, bereit → die Bereitschaft
Verb + -er/-erin maskulin/feminin bei Personen fahren → der Fahrer, die Fahrerin
Verb + -nis oft neutral, einige feminin sich ereignen → das Ereignis, sich ergeben → das Ergebnis, erleben → das Erlebnis, erkennen → die Erkenntnis, erlauben → die Erlaubnis
Wort + -tum häufig neutral, manchmal maskulin wachsen → das Wachstum, irren → der Irrtum
ohne sichtbares Suffix (Nullableitung) kurzer Stamm, manchmal mit Vokalwechsel rufen → der Ruf, fallen → der Fall, greifen → der Griff, ziehen → der Zug

Die Endungen -ung, -heit, -keit und -schaft ergeben feminine Substantive. Viele häufige Wörter auf -nis sind neutral: das Ereignis, das Ergebnis, das Erlebnis, das Zeugnis. Wichtige feminine Formen sind die Erkenntnis, die Erlaubnis und die Kenntnis. Deshalb musst du bei -nis den Artikel mitlernen.

Auch bei -tum und Bildungen ohne Suffix ist der Artikel nicht sicher vorhersagbar. Bei manchen Nullbildungen erkennst du einen kurzen Verbstamm und einen Vokalwechsel: greifen → der Griff, ziehen → der Zug, werfen → der Wurf. Das ist nur eine Hilfe zum Erkennen, keine Regel zum freien Bilden neuer Wörter. Vergleiche außerdem das Wachstum, aber der Irrtum; bei Nullbildungen gibt es neben vielen maskulinen Wörtern Formen wie die Wahl und das Lob.

Der nominalisierte Infinitiv ist sehr produktiv: Fast jedes Verb kann so eine Tätigkeit bezeichnen. Die anderen Muster bilden feste Wörter des Wortschatzes. Nicht zu jedem Verb oder Adjektiv existiert jede denkbare Ableitung, und die Bedeutung kann sich verändern.

3. Substantivierte Adjektive deklinieren

Substantivierte Adjektive werden groĂźgeschrieben, behalten aber die Endungen eines Adjektivs. FĂĽr B1 konzentrieren wir uns auf Nominativ und Akkusativ mit bestimmtem und unbestimmtem Artikel:

Kasus maskulin feminin neutral
Nominativ der Bekannte / ein Bekannter die Bekannte / eine Bekannte das Neue / ein Neues
Akkusativ den Bekannten / einen Bekannten die Bekannte / eine Bekannte das Neue / ein Neues
  • Ein Bekannter kommt heute. (Nominativ)
  • Ich treffe einen Bekannten heute. (Akkusativ)
  • Die Neue beginnt morgen. Wir begrĂĽĂźen die Neue. (Nominativ und Akkusativ)

Im maskulinen Akkusativ ist die Endung gut sichtbar: ein Bekannter → einen Bekannten. Dativ, Genitiv und Formen ohne Artikel gehören zu einer späteren Vertiefung.

Nach etwas, nichts, viel und wenig steht häufig eine substantivierte neutrale Form: etwas Wichtiges, nichts Neues, viel Interessantes.

4. Bedeutung im Zusammenhang

Beim Lesen markiert sie das Wichtigste.

Die Verbesserung der Abläufe erhöht die Sicherheit.

Mehrere Bekannte berichteten von einem ĂĽberraschenden Ereignis.

5. Typische Stolperstellen

Nicht jede Ableitung bezeichnet dasselbe wie der Infinitiv. Das Übersetzen ist die Tätigkeit, die Übersetzung kann auch das fertige Produkt sein. Bilde deshalb nicht mechanisch neue Wörter, sondern lerne Bedeutung und Artikel zusammen.

6. Kurz zusammengefasst

  • Nominalisierte Infinitive sind neutral und werden groĂźgeschrieben: das Lernen.
  • Suffixe haben Genustendenzen; bei -nis, -tum und Nullbildungen muss der Artikel mitgelernt werden.
  • Substantivierte Adjektive werden groĂźgeschrieben; auf B1 ist besonders ein Bekannter → einen Bekannten wichtig.

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Last updated July 20, 2026

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