Sich lassen und sein zu als Passiversatz
Beide Konstruktionen rücken eine Handlung ohne ausdrücklichen Handelnden in den Mittelpunkt. sich lassen + Infinitiv bezeichnet meist Möglichkeit; sein + zu + Infinitiv kann Möglichkeit oder Notwendigkeit ausdrücken.
In dieser Lektion lernst du, mit sich lassen und sein + zu zwischen Möglichkeit, Empfehlung und Notwendigkeit zu unterscheiden.
1. Funktion und Wirkung
Bei sich lassen stimmt das Reflexivpronomen mit dem Subjekt überein: Der Fehler lässt sich vermeiden. Bei sein + zu steht zu vor dem Infinitiv oder im trennbaren Verb: ist zu prüfen, ist einzuhalten.
2. Formen und Kontraste
| Bereich | Struktur oder Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| sich lassen | Möglichkeit | Der Text lässt sich kürzen. |
| sein + zu | Möglichkeit | Der Text ist leicht zu kürzen. |
| sein + zu | Notwendigkeit | Die Frist ist einzuhalten. |
| Passiv mit Modalverb | explizite Entsprechung | Die Frist muss eingehalten werden. |
3. Anwendung im Kontext
- Prüfe, ob der Kontext Möglichkeit oder Verpflichtung ausdrückt.
- Nutze ein Adverb wie leicht/kaum, um die Möglichkeitslesart zu stützen.
- Nutze klare Modalverben, wenn eine Anweisung keine Mehrdeutigkeit erlauben soll.
Das Fenster lässt sich nicht öffnen = Das Fenster kann nicht geöffnet werden.
Alle Angaben sind vollständig einzutragen = Alle Angaben müssen vollständig eingetragen werden.
4. Präzise formulieren
sein + zu ist ohne Kontext mehrdeutig: Der Bericht ist zu lesen kann Empfehlung oder Pflicht bedeuten. In sicherheitsrelevanten Texten ist muss gelesen werden eindeutiger.
5. Kompakter Überblick
sich lassen drückt vor allem Möglichkeit aus; sein + zu Möglichkeit oder Notwendigkeit. Kontext und Modaladverbien klären die Lesart.
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Vocabulary in this lesson
Play a word to hear it, then mark it as known or save it to study.
Last updated July 20, 2026